Wie kann es so etwas überhaupt geben?
Die Persönlichkeiten von Pferden -also Horsenalities- entwickeln sich, dafür sind bestimmte Merkmale verantwortlich:
- angeborene Charaktereigenschaften
- Gelerntes Verhalten
- Umgebung und deren Einflüsse
- Spirit. Das ist sozusagen das Zünglein an der Waage und bestimmt, wie stark die einzelnen Elemente ausgeprägt sind
Diese Aspekte können einen starken Einfluss haben, so dass sich Eigenschaften entwickeln, die so gar nicht zu angeborenen Charaktereigenschaften passen.
Das kann uns als Menschen auch passieren. Wenn wir selber eher extrovertiert sind und eine Bürotätigkeit haben, so findet auch hier eine Anpassung unserer eigentlichen Charaktereigenschaften statt.
Interessanterweise kann man diese diagonalen Horsenalities bei besonders begabten Pferden erleben.
Die Herausforderung liegt darin, die Strategien anzupassen, je nachdem, welche Horsenality sich gerade zeigt. Das gilt natürlich für alle, deren Pferde in mehreren Horsenalities zu Hause sind.
Die Gefahr ist, den Weg aus den Augen zu verlieren. Schnell sieht man sich in der Situation, mehrheitlich zu reagieren, anstatt zu agieren um die jeweilige Horsenality zu bedienen.
Grosse Disziplin ist gefragt, immer wieder zum Weg zurückzukommen.
Aber wie bleibe ich auf dem Weg?
Dazu fallen mir 2 Zitate von Pat ein:
"Play with the horse that shows up" und "Cause your idea to become the horse’s idea, but understand the horse’s idea first."
Ich vergleiche es mit einem Weg, den man geht. Wie kann ich bei solchen Pferden auf dem Weg bleiben?
Eigenverantwortung und Disziplin.
Bildlich gesprochen: "Einfach auf dem Weg bleiben, Schlenker sind erlaubt aber KEINE Abzweigungen".
Der Weg ist das Ziel, die Konsistenz.
Der Schlenker sind die Strategien, die ich (ge-)brauche, wenn ich reagiere.
Die Abzweigung ist das Salz in der Suppe, die Variation.
Den Weg, den ich begehe kann dabei ein kleiner Pfad sein oder eine breite Strasse.
Ein Pfad erlaubt mir wenig Schlenker. Alles ist stabil, hier wird es Zeit Abzweigungen zu nehmen um kreativ zu sein, trotzdem kehre ich immer wieder auf den Pfad zurück. Das ist eine Strategie, die für LB Pferde gilt.
Eine breite Strasse erlaubt mir Schlenker. Der gerade Weg ist durch die Schlenker instabil und es mangelt an Konsitenz. Variationen (Abzweigungen) zu nehmen macht gar keinen Sinn. Es heisst also, die Breite der Strasse zu definieren. Das hängt davon ab, wieviele Schlenker ich einbauen muss. Selbst wenn es rechts und links geht, ich bleibe immernoch auf meiner breiten Strasse und ich bin sicher durch die Konsistenz wird die Strasse immer schmaler, bis sie ein Pfad wird. Das gilt für RB Pferde.
Braucht Euer Pferd einen Trampelpfad oder einen breiten Highway?
In dem Sinne: Stratgien anpassen, wenn nötig, aber immer auf dem rechten Weg bleiben und nicht im Strassengraben landen und bevor der Pfad langweilig wird, nehmt eine Abzweigung.